Architekt, Innenarchitekt, Interior Designer: Die drei Berufsbezeichnungen überschneiden sich so stark, dass fast alle sie verwechseln, auch Menschen, die sie regelmäßig beauftragen. Die Kurzfassung: Ein Architekt entwirft Gebäude und ist für Tragwerk, Sicherheit und Genehmigung verantwortlich. Ein Interior Designer gestaltet das Innere von Räumen: Aufteilung, Oberflächen, Möbel, Licht und Atmosphäre. Ein Innenarchitekt steht dazwischen und arbeitet an Innenräumen mit tieferem Eingriff in die Konstruktion, etwa versetzte Wände, neue Treppen und Haustechnik.
Wen Sie brauchen, hängt von einer Frage ab: Was wird Ihr Projekt verändern?
Beginnen Sie bei dem, was sich ändert
Ein Neubau oder ein Anbau. Sie brauchen einen Architekten. Neue Bauwerke erfordern einen Entwurf, der dem Baurecht entspricht, eine Abstimmung mit der Tragwerksplanung und in den meisten Ländern einen Bauantrag, den eine berechtigte Fachperson unterschreibt.
Eingriffe ins Tragwerk eines bestehenden Gebäudes. Eine tragende Wand entfernen, eine Galerie einziehen, eine Treppe ändern oder Leitungen neu führen: Dafür brauchen Sie einen Architekten oder Innenarchitekten sowie einen Tragwerksplaner. Vielerorts ist dafür eine Genehmigung nötig.
Ein Ausbau im bestehenden Rohbau. Eine neue Wohnung oder ein Büro, das in einem fertigen Gebäude ausgebaut wird, ist das natürliche Feld von Innenarchitekten und Interior Designern: Grundriss, Küchen, Bäder, Einbauten, Licht, Oberflächen.
Eine Auffrischung. Neue Oberflächen, Möbel, Farben und Licht ohne Eingriff ins Tragwerk. Meist ist ein Interior Designer die richtige Wahl.
Viele Projekte brauchen mehr als eine dieser Rollen. Eine Villa braucht einen Architekten für das Gebäude und einen Interior Designer für die Räume, und das Ergebnis wird besser, wenn beide früh miteinander sprechen.

Architekt, Innenarchitekt, Interior Designer: was jeder tatsächlich macht
Architekten führen ein Projekt von Aufgabe und Grundstück über Konzept, Entwurf und Ausführungsplanung bis zur Genehmigung und oft bis zur Bauüberwachung. Sie koordinieren die Fachplaner und verantworten die Einhaltung des Baurechts.
Innenarchitekten planen Innenräume als gebaute Umgebung: Raumplanung, Trennwände, Decken, Treppen, Licht und die Abstimmung der Haustechnik, mit Ausführungsplänen, nach denen die Firmen bauen.
Interior Designer konzentrieren sich darauf, wie ein Raum für die Menschen darin aussieht, wirkt und funktioniert: Aufteilung, Materialien, Farbe, Möbel, Textilien, Licht und Ausstattung. Viele übernehmen auch Einkauf und Montage.
Die rechtlichen Grenzen sind von Land zu Land verschieden
Berufsbezeichnungen sind weltweit unterschiedlich geregelt. Prüfen Sie daher die Regeln dort, wo Ihr Projekt liegt:
- Deutschland. „Architekt“ und „Innenarchitekt“ sind nach den Architektengesetzen der Länder geschützte Berufsbezeichnungen. Nur wer in die Liste einer Architektenkammer eingetragen ist, darf sie führen.
- Großbritannien. Die Bezeichnung „architect“ ist gesetzlich geschützt. Nur wer beim Architects Registration Board eingetragen ist, darf sie führen.
- USA. Architekten werden von jedem Bundesstaat zugelassen. Die Regeln für Interior Design sind sehr unterschiedlich: Manche Staaten regeln die Bezeichnung oder die Tätigkeit, viele nicht.
Fragen Sie andernorts die zuständige Berufskammer oder die Baugenehmigungsbehörde, wer die geplante Arbeit entwerfen und unterschreiben darf.
Wie Honorare meist funktionieren
Architekten rechnen oft mit einem Prozentsatz der Baukosten, einem Pauschalhonorar je Leistungsphase oder nach Stunden ab. In Deutschland ist die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ein verbreiteter Bezugspunkt. Seit 2021 sind ihre Sätze eine Orientierung und keine verbindlichen Mindestsätze mehr. Innenarchitekten und Interior Designer berechnen meist Pauschalen pro Projekt oder Raum, Stundensätze, ein Honorar pro Quadratmeter oder eine Kombination. Manche schlagen auf Möbel, die sie für Sie einkaufen, eine Marge auf.
Welches Modell Sie auch wählen: Lassen Sie sich den Leistungsumfang schriftlich geben. Welche Phasen sind enthalten, wie viele Entwurfsvarianten, wie viele Korrekturen, und gehören Baustellenbesuche und Einkauf dazu?
Das Ergebnis sehen, bevor Sie entscheiden
Wer auch immer Ihr Projekt entwirft: Entscheidungen fallen leichter, wenn man sie sehen kann. Mit 3D-Visualisierung vergleichen Sie Grundrisse, Materialien und Licht, bevor etwas bestellt oder gebaut wird. Das gilt für einen einzelnen Raum genauso wie für ein ganzes Gebäude. Unser Ratgeber zur Innenraumvisualisierung erklärt, wie dieser Ablauf funktioniert und wie Sie ihn briefen. Welche Entscheidungen Bilder konkret erleichtern, lesen Sie in 3D-Visualisierung im Interior Design.
Wenn ein Studio mehrere Rollen abdeckt
Getrennte Firmen für Gebäude, Innenräume und Bilder bedeuten drei Übergaben. Manche Studios verbinden Entwurf und Visualisierung, sodass dasselbe Team ein Konzept entwickelt und zeigt. Bei VARI arbeiten wir in Architekturentwurf, Interior Design und 3D-Visualisierung, von 2D-Zeichnung und BIM bis zu Renderings und virtuellen Rundgängen. Beispiele finden Sie in unseren Projekten, etwa das gewölbte Wohnzimmer von Hearthstone Haven, oder unter Leistungen.
Nicht sicher, was Ihr Projekt braucht? Beschreiben Sie es uns, und wir sagen es Ihnen ehrlich, auch wenn Sie einen vor Ort eingetragenen Architekten brauchen.
Quellen
- Bundesarchitektenkammer, zu geschützten Berufsbezeichnungen: bak.de
- Architects Registration Board (Großbritannien): arb.org.uk
- HOAI, Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (Fassung 2021): gesetze-im-internet.de/hoai_2013




